Es fällt nicht leicht, so etwas zu verstehen. Dennoch passiert es. Der seit dreizehn Jahren inhaftierte Charles Thompson (41) sitzt im Todestrakt eines Gefängnises in Texas. Nun heiratete er Petra Herrmann (48), Büroangestellte aus Bocholt, nach einer bereits dreijährigen Beziehung. Herrmann gründete vor über 10 Jahren eine Initiative gegen die Todesstrafe. Sie stellte Kontakte zu vielen Verurteilten her und lernte dabei auch Thompson kennen. Die beiden schrieben sich regelmäßig und aus einer Freundschaft wurde Liebe. Sie erinnert sich an den Zeitpunkt, als sie sich zum ersten mal in die Augen sahen und spricht von der Liebe auf den ersten Blick:
„In der Besucherzelle sah er mir tief in die Augen, und ich hatte plötzlich Schmetterlinge im Bauch…“
Kann man einen Mörder lieben? Herrmann glaubt an die Unschuld des Verurteilten, der zwei Menschen ermordet haben soll. Bei den Opfern handelt es sich um seine damalige Freundin und ihrem Liebhaber. Beide wurden durch Kopfschüsse getötet. Während alles nach einer Hinrichtung aussieht, sagt Thompson, er habe in Notwehr gehandelt. Petra Herrmann kämpft um eine Wiederaufnahme des Verfahrens.
Besuchen darf sie ihn seit über zwei Jahren nicht mehr. Es besteht der Vorwurf, sie habe Gegenstände ins Gefängnis geschmuggelt.
Eine Liebe ohne Berührung und ohne Blickkontakt. Nach jahrelangen Beantragungen wurde dieses Jahr stattgegeben: Sie durften Heiraten. Ein weiteres Kuriosum: Der Bräutigam war bei der Trauung nicht anwesend. Er wurde bei der Hochzeit von einem Freund vertreten, was die Gesetzeslage dort erlaubt. So gab er, ein Foto von Charles Thompson haltend, stellvertretend das Jawort…
Wie wird es nun weitergehen? Wie geht man mit der Zukunft um, wenn man sich Sorgen machen muss, WIE LANGE es überhaupt eine Zukunft gibt?
Hier der Link zum Diskussionsthread in unserem Forum:
http://www.diggis-hochzeitsforum.de/hochzeitsblog-alles-zur-hochzeit/4670-erst-hochzeit-dann-hinrichtung.html#post120284
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