Es geht um den 12. Juni 2012. Der Tag, an dem Boris Becker (43) seiner Lilly das Ja-Wort gab. Laut Becker “einer der schönsten Tage” seines Lebens. Nun die Abrechnung: Der amerikanische Pfarrer Brent Fisher, der Boris Becker und Lilly Kerssenberg in der Kapelle Regina Pacis in St. Moritz traute, fordert. Mehr als ursprünglich ausgemacht war…
Es soll um 9600 Franken gehen. Dies entspricht etwa 7900 Euro. Im Kostenvoranschlag war jedoch die Rede von etwa 2000 Franken. Fisher verweist allerdings auf den kleinen, und nun gar nicht mehr so unwichtigen Hinweis, dass die genannte Kostenveranschlagung nur für “normale” Trauungen gelte. Der ursprünglich vereinbarte Preis wurde sogar von Fisher bestätigt. Warum aber, ist dies nun keine “normale Hochzeit”? Pfarrer Brent rechnet zusammen und stellt klar, dass er erheblich mehr Kosten veranschlagen müsse. Schließlich kamen mindestens 4 Extrastunden hinzu, für diverse Interviews, hauptsächlich für den Fernsehsender RTL.
Becker geht es in dieser Sache ums Prinzip und er behauptete letzten Freitag vor Gericht: “Dieser Pfarrer will mich abzocken.”
Worum geht es hier? Um Zechprellerei? Um falschen Stolz? Um Image oder um die Chance, medienwirksam Aufmerksamkeit zu erlangen?
Die Berliner Morgenpost titelt “vom Traualtar in den Gerichtssaal“, die Welt redet von einem “Teuren Segen” und die Bild zitiert Boris mit seiner Aussage der “Abzocke“.
Angesichts des Betrages um den es hier geht, fragt man sich doch unweigerlich, wer hier welche Ziele verfolgt, nicht wahr? Pfarrer Fischer ist in seinem Wohnort St. Moritz wahrlich kein Unbekannter, ist spezialisiert auf Promihochzeiten und hat einen guten Ruf. Boris Becker könnte den geforderten Tag sicherlich aus Der Portokasse bezahlen. Fisher berechnet Extrastunden aufgrund von Fernsehinterviews. Profitiert dabei nicht auch er selbst, wenn er die Möglichkeit hat, sich in den Medien zu präsentieren? Hier entwickelt sich ein Streit, der am Ende niemandem etwas bringen wird. Oder doch? Was sind schon 7900 Euro gegen eine Marketingkampagne, die von allen Medien deutschlandweit aufgenommen und ausgeschlachtet wird? Ob dies tatsächlich so ist, werden die beiden “Kontrahenten” selbst am besten wissen.
Schade ist aber, dass beide im Streit verwickelten, nämlich jemand, der nach eigenen Aussagen den schönsten Tag seines Lebens hatte und jemand, der maßgeblich daran beteiligt war, einen dunklen Schatten auf einen Tag werfen, der eigentlich unvergesslich sein sollte. Im positiven Sinne…
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