Worauf kommt es an beim Dreh eines Hochzeitsfilms? Stefan Hartung, professioneller Hochzeitsfilmer aus Frankfurt (http://www.you-moviestar.de), kann uns etwas von der Arbeit eines Hochzeitsfilmers und von den technischen Hintergründen dieser Arbeit berichten:

Wie sind Sie zur Filmerei, speziell zum Hochzeitsfilm gekommen?


Die ganz klassische Laufbahn: Auf meinen vielen Reisen habe ich immer die Kamera dabei gehabt und kaum zu Hause, davon einen Film produziert. Irgendwann hat mich ein Reiseveranstalter angesprochen und somit nahmen die Dinge ihren Lauf. Ich produzierte Filme für Reiseveranstalter, die auf Messen national und international präsentiert wurden. Irgendwann habe ich dann für Freunde auf deren Hochzeit gefilmt und seitdem bin ich auf den Altären und Parketts dieser Welt nicht mehr weg zu denken. Ich liebe Filmen.

Worauf sollten Heiratende bei der Suche nach einem Hochzeitsfilmer achten?


Ganz wichtig natürlich, daß dem Brautpaar die Arbeit des Hochzeitsfilmers gefällt. Schon auf meiner Website kann man sich den ersten Eindruck verschaffen. Sie ist die Visitenkarte eines jeden und bringt den Stein ins Rollen. Fast alle Anfragen kommen über meine Website oder über Empfehlungen. Natürlich spielt der Preis eine große Rolle, letztendlich entscheidet aber auch die Qualität Das Angebot sollte detailliert beschrieben und individuell auf den Kunden abgestimmt sein. Wichtig ist das Equipment, mit dem der Kamermann arbeitet. Bei uns wird nur mit professionellen und hochwertigen Profikameras im High Definition – Format 16:9 gefilmt.

Wie wichtig ist die Sympathie zwischen dem Hochzeitsfilmer und dem Brautpaar?


Dies spielt eine sehr große Rolle. Ich treffe mich im Vorfeld mit jedem Brautpaar und stelle fest, ob die Chemie passt. Ich nehme den Paaren den „Respekt“ vor der Kamera und überzeuge einfach durch meine Arbeit, Flexibilität und Feingefühl. Das Feedback meiner Kunden ist durchweg positiv: Der Film läuft noch im Hintergrund und schon rufen mich die Paare an und weinen und freuen sich. Dies ist der schönste Moment eines Hochzeitsfilmers.

Was unterscheidet den Profi vom Amateur?


Ja, das ist eine Frage, die ich ganz schnell beantworten kann: Aus meiner jahrelangen Erfahrung weiß ich, auf was ich bei einer Hochzeit achten muss. Jeder Moment an diesem Tag ist einmalig und kommt nie wieder. Außerdem filmen wir in der Kirche, wenn gewünscht auch aus zwei Perspektiven. Lange Schwenks und innige Zooms sind ein „NoGo“. Die meisten Amateure halten die Kamera (ohne Stativ) auf das Objekt der Begierde und filmen … filmen….zittern…zittern…und filmen dann wieder zitternd weiter. Und genau dieses Material wird dann nie auf eine DVD gebrannt, weil sich technisch niemand damit auskennt. Und das unterscheidet den Profi vom Amateur.

Wie bekommt man am einfachsten tolle Effekte in sein Video in Form von Nebel, Schnee, Regen, Rauch, 3D etc.?


Bis jetzt habe ich mit dem von mir genutzten Schnittprogramm keine derartigen Effekte (außer vielleicht 3D für Texte) gefunden oder sie durch einfache „Tricks“ simulieren können – es gab bislang auch keinen Anlass dazu. Mir stehen jedoch sehr gute andere Übergänge und Plugins zur Verfügung, die mir helfen, ein Aha-Erlebnis beim Zuschauer hervorzurufen. Allerdings gehe ich mit diesen Überraschungen sparsam um, damit der Zuschauer nicht vom eigentlichen Film abgelenkt wird.

Gibt es Programme, die besonders geeignet und für jedermann geeignet sind?


Trotz mancher Unzulänglichkeiten halte ich Pinnacle Studio (von mir genutzte Version: 12 Ultimate) immer noch für eine sehr gute, für jedermann geeignete Videoschnittsoftware. Die klar strukturierte Oberfläche, viele automatische Funktionen und zahlreiche Effekte lassen einen manchmal vergessen, dass man „nur“ zwei Videospuren zur Verfügung hat. Gerade mit den neuen Montagen und Video-Kompositionen sind Effekte möglich, die man bei so manchen, viel teureren Mehrspur-Videoschnittprogramm vergeblich sucht oder nur mit viel größerem Aufwand erreicht. Für die Bild-Nachbearbeitung und DVD-Cover-Gestaltung halte ich Adobe Photoshop Elements (die von mir genutzte Version: 7.0) für sehr gut geeignet. Man kommt mit s.g. Projekten zur Erstellung von z.B. DVD-Hüllen sehr schnell zu anspruchsvollen Ergebnissen und kann diese über die s.g. „Rahmenebenen“ gut an die eigenen Vorstellungen anpassen. Das Bildmaterial liefert sehr schöne Inhalte in Form von Hintergründen, Textstilen, Rahmen etc.

Worauf sollte man schon während dem Dreh achten?


Zu den Grundlagen während der Filmaufnahme gibt es viele Tipps, die man in Internet-Foren und Büchern viel ausführlicher nachlesen kann. Die wichtigsten Regeln für mich sind:

  • Filmen mit Stativ: Sicherlich haben wacklige Aufnahmen manchmal ihren Reiz (z.B. Halloween-Flucht vor Michael Meyers). Sie können teilweise im Schnittprogramm vom Zittern befreit werden (passende Effekte heißen z.B. Stabilisieren, Deshaker, etc.). Dies geht aber immer zu Lasten der Qualität und man erkennt fast immer, dass der Film „behandelt“ wurde. Besser ist es, schon bei der Aufnahme auf eine stabile Grundlage zu achten. Wenn das Dreibeinstativ zu viel Platz einnimmt erhält man durch Zusammenklappten der drei Beine ein für die meisten Zwecke ausreichendes Einbeinstativ.
  • Kein Zoom während des Films: Zoomen wird von den Augen und dem Gleichgewichtssinn des Zuschauers oft als unangenehm empfunden. Im fertigen Film haben (vor allem schnelle) Zoomvorgänge nichts zu suchen, außer man will damit einen bestimmten Effekt erzielen. Wenn doch während der Filmaufnahme gezoomt werden muss (um keine Zeit zu verlieren), wird dieses Zoomen dann bei der Nachbearbeitung rausgeschnitten.
  • Auf den richtigen Weißabgleich achten (gerade in Innenräumen).
  • Gegenlichtaufnahmen vermeiden und nicht vergessen, eine ggf. aktivierte Gegenlicht-Kompensation wieder zu deaktivieren. Gleiches gilt für eine ggf. aktivierte Gain-Korrektur mit ND-Filter.
  • Vor und nach dem Filmen von Szenen ein paar Sekunden zusätzlich aufnehmen, um genügend Platz für Übergänge zu schaffen und das Verwackeln beim Drücken des Aufnahmeknopfes rausschneiden zu können.
  • Einen chronologischen Ablauf planen; aufschreiben, welche Szenen, man auf jeden Fall aufnehmen möchte; Schlüsselszenen nicht vergessen.
  • Offen für Tipps sein, sich in Fachzeitschriften und im Internet informieren.
  • Üben, üben, üben.

Mit welchen Tools arbeiten Sie? Warum?


Pinnacle Studio und Adobe Photoshop Elements aus den o.g. Gründen. „XMedia Recode 2.1.2.9“ zur Erzeugung von Flash-Trailer-Videos aus Videodateien. „mediaboxAdvanced v0.9.9f“ auf der Homepage für die Präsentation von Trailern im „lightbox“-Stil. „CD-LabelPrint“ zum Bedrucken der fertigen DVDs. „Notepad++“ (4.5) für die Bearbeitung der HTML-Dateien der Website. Ein „handelsüblicher“ FTP-Client (empfehlenswert: FileZilla) für die Aktualisierung der Website.

Wie lange dauert die Bearbeitung eines Films und wo liegen meist die größten Schwierigkeiten dabei?


Die Bearbeitung eines Films (Länge des Rohmaterials: ca. 5 Stunden) dauert zwischen 30 und 40 Stunden. Die größten Schwierigkeiten liegen zum einen in der Auswahl der Szenen, denn der fertige Film sollte höchstens 60 Minuten lang sein. Für die Auswahl ist es sehr hilfreich, beim Aufnehmen nicht zu lange Szenen gedreht zu haben, damit man über die automatische Szeneauswahl des Schnittprogramms schnell die gewünschten Szenen findet. Eine weitere große Schwierigkeit (aber auch künstlerische Herausforderung) liegt zum anderen in der Auswahl der passenden Musik. Während man mit Effekten kurzfristig die Aufmerksamkeit des Zuschauers für sich gewinnen kann, erreicht man mit der richtigen Musik zusammen mit den richtigen Szenen oft direkt das Herz des Zuschauers.

Auf welche Effekte sind Sie besonders stolz und wie haben Sie diese hinbekommen?

Effekte sind für mich nicht das Hauptziel eines Films. Sie sind Mittel zum Zweck, um eine Emotion hervorzurufen oder ein Ereignis passend zu beschreiben. So kann man mit einem simplen Sepia-Effekt zusammen mit einem Wellenmuster sehr schön die Erinnerung an eine vergangen Zeit einleiten (dargestellt durch eine Foto-Slide-Show).

Wenn Sie einen Rat geben sollten, was bei Effekten unbedingt zu beachten ist, was wäre das?


Man sollte Effekte sparsam verwenden, um den Zuschauer nicht zu langweilen. Harte Schnitte sind das Beste, um einen flotten Ablauf darzustellen. Ein einfacher „Wischer“, ein bisschen Zeitlupe und – um mich zu wiederholen – die passende Musik sind die wirkungsvollsten Effekte. Man sollte mit Herz und Leidenschaft bei der Sache sein. Der fertige Film (dessen Szenen man vielleicht x-fach betrachtet hat) sollten einen immer noch begeistern können.

Stichwort Medien, wie sehen Sie die Zukunft der Speichermedien? Hochzeitsfotos hält man in der Hand und klebt sie in ein Fotoalbum, man ist unabhängig von jeglicher Hardware. Wie sieht es aus beim Film? Hat DVD, Blu-Ray etc nicht irgendwann wieder ausgedient und was macht man dann mit den Medien?


“Den beim Sprechen oder Musizieren entstehenden Schall festzuhalten, um ihn zu konservieren und beliebig reproduzieren zu können, ist eine Idee, die seit langem die Menschen beschäftigte. Speichermedien sind die Zukunft” .
Sie haben sicherlich recht, Hochzeitsfotos hält man in der Hand. Die meisten Fotografen allerdings arbeiten aber auch digital. Mit Fotos hat man lange nicht den Erlebnisfaktor: „Bewegte Bilder mit Ton“. Die neuen Medien allerdings, die als nächstes nach Blue-Ray auf den Markt kommen, können wiederum das alte Medium lesen. Es gibt einfach noch keine Langzeiterfahrungen mit digitalen Datenträgern. Das Potenzial der Blu-ray-Technologie ist noch lange nicht ausgereizt. Der Markt hält da noch vieles bereit.

Kontakt

Stefan Hartung
You Moviestar
Erinnerungen Fürs Leben
Am Dachsberg 49 A
60435 Frankfurt

http://www.you-moviestar.de