Wohin die Liebe fällt …

…, das kann man sich nicht aussuchen. Eine Eheschließung unter deutschen Partnern ist nicht weiter problematisch, benötigt werden von beiden Partnern eine beglaubigte und maximal sechs Monate alte Abschrift aus dem Geburtenregister (die sogenannte Geburtsurkunde) und eine beglaubigte und maximal sechs Monate alte Abschrift aus dem Melderegister (normalerweise Wohnsitznachweis genannt). Wenn dann noch Personalausweis oder Reisepass zur Hand sind, steht der Hochzeit nichts im Weg. Unter Partnern, die bereits verheiratet sind oder waren, in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft lebten oder leben oder bereits Kinder haben, ist die Lage etwas schwieriger, es werden Nachweise der Beendigung der Ehe oder der Lebensgemeinschaft benötigt, Geburtsurkunden und Vaterschaftsanerkennungen eventuell vorhandener Kinder müssen vorgelegt werden, und vor der Hochzeit muss das Sorgerecht geklärt sein. Als ehefähig gelten in Deutschland Partner, die das 18. Lebensjahr erreicht haben, nicht in gerader Linie blutsverwandt sind und nicht anderweitig verheiratet sind.

Unterschied zwischen EU-Bürgern und Nicht-EU-Bürgern

Kommt ein Partner aus einem anderen Land, kann es schwierig werden: Geburtsurkunden und Wohnsitznachweis werden genauso verlangt wie bei einer rein deutschen Hochzeit, der Pass wird benötigt, aber die Ehefähigkeit muss unter Umständen ebenfalls nachgewiesen werden. Es gibt einige Länder, die ihren Bürgern und Bürgerinnen die Hochzeit in Deutschland nur erlauben, wenn das Ehefähigkeitszeugnis ausgestellt wurde – der Staat bestimmt also, wer heiraten darf und wer nicht. Zu diesen Ländern gehören Bulgarien, Dänemark, Finnland, Griechenland, Großbritannien, Japan, Kenia, Irland, Italien, Luxemburg, Österreich, Tschechien und einige andere. Nicht alle sind EU-Länder. Wer aus der EU stammt, hat nun weiter keine Probleme (abgesehen von den nötigten Übersetzungen), aber Nicht-Eu-Bürger/-innen benötigen außerdem ein Visum. Wer zum Zeitpunkt seiner oder ihrer Hochzeit in Deutschland studiert oder bereits einer Berufstätigkeit nachgeht, besitzt eine (wenn auch zeitlich beschränkte) Aufenthaltserlaubnis. Die wird bei der Anmeldung der Eheschließung am Standesamt benötigt.

Beglaubigungen, Übersetzungen, Dolmetscherdienste

Eine Hochzeit ist letztendlich eine rechtliche Angelegenheit. Ein Vertrag wird zwischen den beiden Ehepartnern abgeschlossen, und damit die Hochzeit rechtsgültig ist, müssen sowohl die rechtlichen Voraussetzungen als auch die Lebensumstände von beiden Partnern sowie von der staatlichen Seite verstanden sein. Alle Dokumente aus Deutschland wie aus dem Ausland müssen also professionell übersetzt sein. Das macht normalerweise ein Übersetzungsbüro, das staatlich geprüfte Übersetzer und Übersetzerinnen zur Hand hat. Beglaubigungen der Papiere werden an offizieller Stelle, also im Rathaus, ausgestellt. Damit sind natürlich Gebühren verbunden, und je nach verlangten Dokumenten, ausstellenden Ämtern und Forderungen des Übersetzungsdienstes kann eine internationale Hochzeit alleine dadurch recht teuer werden. Bei der Eheschließung selbst muss ein Dolmetscher oder eine Dolmetscherin vor Ort sein, um sicherzustellen, dass der ausländische Partner/die Partnerin die Zeremonie wirklich versteht. Natürlich muss der Übersetzungsdienst nicht die gesamte Hochzeit samt Feier begleiten – der offizielle Teil auf dem Standesamt ist ausschlaggebend.