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Das war der erste Streich...

Oramin

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#1
Die Vorwehen

Wir haben uns Donnerstag und Freitag vor der Hochzeit frei genommen, um die noch ein paar Vorbereitungen zu treffen und unsere Bude auf Vordermann zu bringen. Die letzten beiden Tage des g'schlamperten Verhältnisses wollten wir ganz entspannt angehen. Grundsätzlich ist uns das auch gelungen, aber eben nur grundsätzlich. Bereits Mittwochabend kam die erste Unbekannte ins Spiel. Ein Hotelzimmer war für die falsche Nacht gebucht. Donnerstag sagten leider meine Großeltern krankheitsbedingt ab und am Freitag stand mein Taufpate bereits am frühen Nachmittag auf der Matte. Den haben wir auf unser Wohnzimmersofa verfrachtet und uns neben Bügel- und Putzaktionen nett mit ihm unterhalten. Dank seiner Einladung zum Essen haben wir abends doch noch etwas Vernünftiges zwischen die Kiemen bekommen. Außerdem gab es reichlich Slibowitz, so dass wir den letzten Tag in Freiheit gegen elf leicht angeheitert beendeten.

Samstagmorgen konnten wir die Dämme nicht halten. Ursprünglich haben wir die Devise ausgegeben, dass wir unsere Verwandtschaft erst am Standesamt sehen möchten. Da die Zugfahrer bereits zwei Stunden vor der Trauung ankamen, wurde unsere Wohnung doch Treff- und Aufwärmpunkt für manch einen Gast. Zwischen Kaffeekochen, Leutebegrüßen und Müsliessen gelang es uns doch noch rechtzeitig aufgehübscht den Weg zum Standesamt anzutreten. Leider spielte das Wetter noch nicht mit. Die Engel weinten, weil wir vom Heiratsmarkt verschwanden. Daher konnten wir nicht wie geplant zu Fuß zum Standesamt laufen, sondern wurden von meiner Trauzeugin gefahren. Am Weg holten mir meinen Brautstrauß ab, von dem ich hellauf begeistert war. Ralf und die Blumenhändlerin hatten ganze Arbeit geleistet.

Am Standesamt

Als wir über einige Umwege am Standesamt ankamen, waren schon alle Gäste da. Die vorhergehenden Trauungen hatten sich etwas verschoben, so dass wir noch ausreichend Zeit für die Begrüßung und einen kleinen Plausch hatten. Schon zu diesem Zeitpunkt begann sich ein Dauergrinsen einzustellen, dass wir bis abends nicht mehr verlieren sollten. Obwohl ich schon einige Tage darauf wartete, war von Nervosität noch immer keine Spur; sie kam auch nicht mehr.
Nachdem uns das Brautpaar vor uns mit den Worten „Heiraten tut gar nicht weh“ empfangen hatte, wurde es ernst. Wir betraten den frisch renovierten Trausaal. Von da an ging alles ziemlich schnell. Unser Standesbeamter hat kurz eingeleitet und zum Thema hingeführt und nach zweimal Ja-Sagen waren wir schwuppdiwuppp verheiratet. Die Trauung war zwar kurz und prägnant, aber sehr schön gemacht. So kurz, dass der Ringtausch beinahe untergegangen wäre. Als wir unterschreiben sollten, überraschten uns unsere Trauzeugen mit Kugelschreibern in Form von Braut und Bräutigam. Ich konnte mir das Lachen nicht mehr verkneifen.

Nach dem Ende des offiziellen Teils wurde ausgiebig mit Sekt und O-Saft angestoßen. Da wir die ersten waren, die den Termin ausmachten, gab uns unser Standesbeamte den heißen Tipp, dass wir den letztmöglichen Zeitpunkt wählen sollen, damit nach uns keiner mehr drängt. Dieser Tipp war Gold wert.

Der inoffizielle Teil

Ungefähr drei Gläser Sekt und einigem Reis später fuhren wir zum Mittagessen. Das mit der Kolonne klappte nicht wirklich, weil viel zu große Individualisten unterwegs waren. Klar, dass das ortsansässige Brautpaar nicht den besten Weg kennen kann. Als auch die Individualisten angekommen waren, schwangen unsere Väter jeweils eine kurze Rede. Die meisten unserer Gäste nutzten die Gunst, einmal in Franken zu sein, und verdrückten ein Schäuferla. Um zu verhindern, dass sie davon in komatösen Schlaf fielen, boten wir eine Stadtführung an. Etwa die Hälfte machte daraufhin mit unserem Nachbarn, der Stadtführer ist, und uns bei Bamberg unsicher. Ganz langsam traute sich auch die Sonne mal hinter den Wolken hervorzublitzen.

Die andere Hälfte vergnügte sich in unserer Wohnung. Und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Ralf und ich waren ziemlich fahrlässig. So kam es, dass wir mit Ketchup in der Zahnpasta, zugenähten Hosenbeinen, Schnittlauch im Klopapier und so weiter und so fort überrascht wurden. Wir haben sicherlich noch nicht alle Nettigkeiten gefunden. Aber Hut ab, die Schmunzelgrenze wurde nicht überschritten.

Als wir von der Stadtführung zurück kamen wurde es eng. Für unsere Garderobezu eng. Die Dübel lösten sich aus der Wand und auf unserm Flur fand sich ein Berg an Jacken und Mänteln wieder. Meine Schwiegeroma glaubte allerdings bis zum nächsten Morgen, dass auch die Garderobe zu den Hochzeitsüberraschungen gehörte.

Wir feierten einige Stunden (feucht)fröhlich weiter. Irgendwann hatte jeder erfahren, dass wir einen Tanzkurs machen. Die Forderungen nach einem Hochzeitswalzer wurden lauter. Aber kein Walzer ohne Musik. Unsere Väter stimmten a capella einen ufftata-Walzer an und wir tanzten im Wohnungsflur. Für mich eine der schönsten Erinnerungen an diesen Tag.

Gegen Mitternacht verließen uns die letzten Gäste. Wir räumten noch ein bisschen zusammen und landeten ziemlich bald in den Federn.

The day after

Tags darauf waren wir ziemlich früh wieder wach. Glücklich Verheiratete brauchen wohl keinen Schlaf. Im Laufe des Vormittags trudelten die ersten Verwandten wieder bei uns ein. Da einiges an Essen übrig geblieben war, luden wir spontan zum Resteessen ein. Die letzten traten am frühen Nachmittag die Heimreise an. Danach hieß schnell Klamotten packen, nochmals in den Tanzkurs gehen und ab in die Flittertage auf die Schwäbische Alb.

A suivre.
 

Angel

Hochzeitsforum-VIP
Registriert
11 Dezember 2008
Beiträge
830
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#4
Ich finde auch das sich das sehr entspannt anhört - find ich toll!
Nochmal alles Gute für Euch und auch die Bilder sind sehr schön
 

nasi2003

Experten-Anwärter(in)
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19 Juli 2009
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#7
Glückwunsch zum gelungenen Auftakt und viel Spaß auf der Alb...
 

Shehinez

Hochzeitsforum-Experte
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18 August 2009
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#9
Das hört sich alles total toll an! Nochmal herzlichen Glückwunsch.
Pannen wie die Garderobe (lach) gehören irgendwie dazu, hatten ja auch mit einem wegfliegendem Pavillon zu kämpfen ;-)