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Fragen zur trauung II evangelisch

peter-norge

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4 Juli 2006
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#1
Der evangelische Traugottesdienst
Wenn beide Partner/innen Mitglieder der evangelischen Kirche sind, oder eine/r von beiden nicht (mehr) zur Kirche gehört, gilt üblicherweise dieser Ablauf. Bedenken Sie bitte, dass es unglaublich viele Variationsmöglichkeiten für diesen Ablauf gibt. Hier wird lediglich der Ablauf vorgestellt, den die Evangelisch-Lutherischen Kirchen in Deutschland vorsehen. Bitte besprechen Sie den genauen Ablauf mit Ihrem Pastor oder Ihrer Pastorin.
Sie können zu den einzelnen Bausteinen kurze Erklärungen aufrufen. In Klammern gesetzte Teile können weggelassen werden. Kursive Teile eignen sich besonders für die Gestaltung durch Ihre Verwandten oder Freund/innen.

Ablauf
Erster Teil: Eröffnung
• Einzug in die Kirche
• Begrüßung
• Lied
• Eingangsvotum
• Eingangsgebet oder Psalmgebet
• [Lied]
Zweiter Teil: Verkündigung, Bekenntnis, Segnung
• [Lesungen aus der Bibel]
• [Lied]
• Trautext (das ist meist der Trauspruch) und Predigt
• Lied
• Lesungen aus der Bibel zum Thema Ehe
• Traubekenntnis
• Ringtausch
• Segnung des Brautpaares
• Lied
[Dritter Teil: Abendmahl]kann sein, muss aber nicht
Vierter Teil: Sendung
• Fürbittengebet
• Vaterunser
• Segen
• Auszug aus der Kirche

Kurze Erläuterungen der einzelnen Teile
Einzug in die Kirche
Üblicherweise versammelt die gesamte Gemeinde in der Kirche und wartet dort auf den Einzug des Brautpaares (mit Gefolge). Das Paar wird an der Kirchentür von der Pastorin/dem Pastor begrüßt und dann ziehen sie (eventuell zusammen mit einigen 'besonderen' Gästen und den Blumenkindern) gemeinsam zu Glockengeläut und Orgelklang in die Kirche ein.
Der Brauch, dass die Braut sich von ihrem Vater in die Kirche führen lässt, ist im deutschsprachigen Raum unüblich. Er stammt aus dem englischen bzw. amerikanischen Raum und ist daher durch viele Filme bekannt geworden.
Begrüßung
Gemeint ist die Begrüßung der Gemeinde durch den Pastor/die Pastorin.
Lieder
Grundsätzlich können sich die Brautpaare aus den Christlichen Liederbüchern jedes beliebige Lied aussuchen. Achten Sie darauf, dass es möglichst Lieder sind, die viele Leute kennen.
Lassen Sie sich im Traugespräch von Ihrem Pastor/Ihrer Pastorin beraten, was hier alles möglich ist.
Vielleicht können Sie sich ja auch noch an ein Lied aus Ihrer Konfirmand/innen-Zeit erinnern, oder Sie haben bei anderen Anlässen neuere Kirchenlieder gehört, die Ihnen gefallen haben. In der Regel kann Ihnen hier jeder Wunsch möglich gemacht werden.
Es ist außerdem möglich, dass während des Gottesdienstes einzelne Lieder oder Musikstücke einfach vorgetragen werden, ohne dass die Gemeinde singt. Das müssen nicht unbedingt Kirchenlieder sein.
Eingangsvotum
Ein Votum ist ein kurzer Bibelvers, der in diesem Fall alle Anwesenden auf den Gottesdienst einstimmen soll.
Eingangsgebet bzw. Psalmgebet
Während das Eingangsgebet üblicherweise von der Pastorin/vom Pastor oder der gesamten Gemeinde gesprochen wird, kann an dieser Stelle auch ein Psalmgebet gesprochen werden. Psalmen sind Gebete aus dem Alten Testament. Solch ein Psalm kann auch durch eine Freundin/einen Freund oder eine Verwandte/einen Verwandten gesprochen werden.
Sie finden verschiedene Psalmgebete außer in der Bibel auch im Gesangbuch. Hier sind die Psalmen so gesetzt, dass es sich auch anbietet, sie eventuell im Wechsel zu sprechen.
Beispiel: Die eingerückten Stellen werden von den Männern, die ausgerückten von den Frauen gesprochen, oder eine Einzelne wechselt sich mit der Gemeinde ab. Suchen Sie sich eine Form aus, die Ihnen am besten gefällt.
Lesungen aus der Bibel
Die Bibel ist voll von schönen Texten über die Partnerschaft, die Liebe und anderen Texten, die sich für die Trauung eignen. An dieser Stelle im Gottesdienst können solche Texte (auch von anwesenden Freund/innen oder Verwandten) gelesen werden.
Anders als bei den Trausprüchen, können dies auch längere Passagen sein. Lassen Sie sich im Traugespräch beraten, welche Texte in Frage kommen.
Trautext und Predigt
Hier wird die Pastorin/der Pastor zu dem Trauspruch, den Sie sich ausgesucht haben und aus dem, was Sie ihr/ihm im Traugespräch erzählt haben, eine Predigt halten.
Lesungen aus der Bibel zum Thema Ehe
Mit den so genannten 'Schriftworten zur Ehe' beginnt die eigentliche Trauhandlung, das heißt der Teil, bei dem das Brautpaar einander vor Gott und der Gemeinde das 'Ja-Wort' gibt.
Die Evangelische Kirche versteht diesen Vorgang so, dass das Brautpaar sich diese Texte anhört und später im Traubekenntnis nicht nur zueinander 'Ja' sagt, sondern auch zu diesen Texten, die ausdrücken, dass die Ehe eine gute Sache Gottes ist und dass Gott selbst das Paar in seiner Ehe begleiten will.
In der Regel kommt das Paar mit Beginn dieses Teils nach vorn an den Altar und bleibt dort bis nach der Segnung.
Traubekenntnis
Grundsätzlich gibt es für diesen Teil zwei Möglichkeiten: Die eine ist die der 'Fragen', die der Pastor/die Pastorin dem Brautpaar stellt, und auf die das Paar schließlich mit "Ja, mit Gottes Hilfe" antwortet. Die andere Form ist die der 'Erklärung', bei der die Brautleute einander ein Versprechen geben. Der Wortlaut dieser Fragen bzw. der Erklärung kann variieren. Hier ein 'klassisches' Beispiel:
Fragen
Pastor/Pastorin: N.N., willst du N.N., die/den Gott dir anvertraut, als deine Ehefrau/deinen Ehemann lieben und ehren und die Ehe mit ihr/ihm nach Gottes Gebot und Verheißung führen - in guten und in bösen Tagen -, bis der Tod euch scheidet, so antworte: Ja, mit Gottes Hilfe.
Bräutigam/Braut: Ja, mit Gottes Hilfe.
Erklärung
Bräutigam/Braut: N., ich nehme dich als meine Ehefrau aus Gottes Hand. Ich will dich lieben und achten, dir vertrauen und treu sein. Ich will dir helfen und für dich sorgen, will dir vergeben, wie Gott uns vergibt. Ich will zusammen mit dir Gott und den Menschen dienen. So lange wir leben. Dazu helfe mir Gott.
Achtung. Die beiden hier abgedruckten Wortlaute gelten - streng genommen - nur für Paare, bei denen beide Mitglieder der Evangelischen Kirche sind. Sollte eine/r von beiden nicht in der Kirche sein (das gilt auch für Angehörige anderer Religionen), tritt anstelle der Fragen bzw. der Erklärung die sogenannte 'Anrede' des Paares durch den Pastor/die Pastorin, bei der das "Ja, mit Gottes Hilfe" entfällt. Die Idee, die dahinter steht, ist, dass man dem Teil der beiden, der nicht in der Kirche ist, nicht 'zumuten' möchte, ein quasi christliches Bekenntnis zu sprechen.
Ringtausch
An dieser Stelle werden in der Regel die Ringe getauscht, das Brautpaar reicht einander die Hand und der Pastor/die Pastorin spricht den Satz: "Was Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden."
Segnung des Brautpaares
Die Segnung des Brautpaares kann allein durch die Pastorin/den Pastor erfolgen, oder auch zusammen mit Freund/innen und/oder Verwandten des Brautpaares. Dazu wird das Brautpaar in der Regel stehen oder knien und die, die den Segen zusprechen, legen dem Paar die Hände auf und sprechen einen kurzen Segens-Satz.
Diese Sätze können unter Umständen auch von den einzelnen Personen selbst formuliert werden. Anschließend ist die 'eigentliche' Trauhandlung vorüber. Das Paar setzt sich wieder an seinen Platz und der Gottesdienst geht weiter.
Abendmahl
Sollte sich das Brautpaar wünschen, dass gemeinsam das Abendmahl gefeiert wird, ist hier der geeignete Platz dafür.
Fürbittengebet
Das Fürbittengebet steht dafür, dass auch zu einem so fröhlichen Anlass wie einem Traugottesdienst an die Menschen gedacht werden sollte, die nicht dabei sind, denen es vielleicht schlecht geht, eben solche, die es gebrauchen können, dass man an sie denkt und ihretwegen betet.
Hier könnten unter anderem auch die Menschen oder die Organisation genannt werden, für die die Kollekte gedacht ist, falls Sie eine solche einsammeln.
Das Fürbittengebet ist eine weitere gute Möglichkeit für Bekannte oder Verwandte, etwas im Gottesdienst zu sagen.
Vaterunser
Das Vaterunser ist ein fester Bestandteil jedes Gottesdienstes, ganz egal zu welchem Anlass er gehalten wird.
Segen
Am Schluss des Gottesdienstes steht der Segen Gottes an alle Anwesenden, den der Pastor/die Pastorin spricht.
Auszug
In der gleichen Weise, wie in die Kirche eingezogen wurde, zieht jetzt das Brautpaar zusammen mit der Pastorin/dem Pastor (und eventuellen Blumenkindern und den 'besonderen' Gästen) wieder aus der Kirche aus.


peter
 

Kerstin

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#2
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Unsere Pfarrerin ist sehr offen bzgl. Gestaltung des Traugottesdienstes. Nächste Woche haben wir unser erstes von drei Traugesprächen, da finde ich es gut, wenn man schon mal so einen groben Ablauf eines ev. Traugottesdienstes gelesen hat. Dann kann man sich schon mal seine Gedanken machen. Unsere Trauung wird wohl eine sehr persönliche, da wir schon seit vielen Jahren mit unserer Pfarrerin befreundet sind.

LG,
Kerstin :)
 
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#3
Ja, auch von mir super vielen Dank für das nette Abschreiben der Informationen ;-).

Nur so als Tipp fürs nächste Mal: Im Internet nutzt man sog. Links, um auf existierende Seiten zu verweisen, ungefähr so:

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Ach ja, was ich bei meinem Hinweis natürlich ganz übersehen habe ist, dass man sich dann nicht mit den fremden Federn schmücken kann, nicht wahr?

klarson
 
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22 August 2006
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#4
@ klarson, so richtig gut bist du aber auch nicht drauf, oder?

was soll das gezicke? ob abgeschrieben oder nicht, der beitrag von peter ist sinnvoll und hat hier schon viele fragen beantwortet. ausserdem behauptet peter nirgendwo, dass das alles auf seinem mist gewachsen wäre.

neidfaktor oder konkurrenz?

gurß harry (ehem. pastor)

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