Was ist neu?

Willkommen im Hochzeitsforum!

Anmelden, mitquatschen und eine unvergessliche Hochzeit planen...

Jetzt registrieren!

Hochzeitsfoto und Urheberrecht

Siana

Ganz gerne hier
Registriert
21 Mai 2006
Beiträge
98
Zustimmungen
0
#1
Hallo,
nachdem ich mich mal wieder ein wenig mit der Hochzeitsfotografie befasst habe, bin ich mir etwas unsicher. Wie ist das eigentlich mit dem Urheberrecht? Viele Fotografen geben die Negative ja nur unter bestimmten Umständen heraus, bzw. zu besonderen Konditionen. Hat der Fotograf nach dem Gesetz nicht die Pflicht, die Negative auszuhändigen? Es gibt doch dieses Gesetz mit dem Recht am eigenen Bild oder so ähnlich. Was haltet ihr davon?
 
Registriert
7 November 2006
Beiträge
7
Zustimmungen
0
#2
Hallo Siana,

ich glaube du verwechselst da was. Urheberrecht ist was anderes als Nutzungsrecht und das Recht am eigenen Bild geht das Persönlichkeitsrecht an. Ich versuche Dir das mal nach bestem Wissen die Unterschiede zu erläutern:

Das Urheberrecht hat immer der, der das Bild macht und dieses Recht ist nicht übertragbar. Der Urheber ist immer der Fotograf und das bleibt er auch.

Was Du von dem Fotografen erhälst, sind Nutzungsrechte. Inwieweit der Fotograf Dir die Nutzung einräumt ist Verhandlungssache. Das können einzelnen Bilder sein, digitale Dateien, die Negative...

Das Recht am eigenen Bild hast du, das ist aber nur interessant, wenn jemand ungefragt Bilder von dir macht. Das kannst du ggf. verbieten lassen. Du beauftragst aber extra einen Fotografen von dir Bilder zu machen, insofern gilt das hier nicht.

Fakt ist, der Fotograf gibt Dir immer soviel Nutzungsrechte, wie Ihr vereinbart habt. Wenn du die Negative oder hochaufgelöste Bild-Dateien haben möchtest musst du Dir einen Fotografen suchen, der das anbietet und wahrscheinlich auch etwas mehr bezahlen.
Ich würde immer die Lösung mit den uneingeschränkten persönlichen Nutzungsrechten suchen, hier sind die Kosten gleich transparent, während das Bezahlen einzelner Bilder im Nachhinein schnell teurer sein kann.
Auf jeden Fall würde ich mir den Fotografen nach seinen Ergebnissen und nicht nach dem Preis raussuchen, wenn du in 30 Jahren ins Fotoalbum schaust ist es egal, ob der Fotograf 300 Euro teurer war, über schlechte Bilder ärgerst Du dich dann aber bestimmt immer noch.
 
Registriert
25 April 2006
Beiträge
86
Zustimmungen
0
#3
Hallo Siana,

im großen und ganzen kann ich meinem Vorredner zustimmen.

Der Fotograf ist natürlich nicht verpflichtet die negative (Daten) auszuhändigen, ist ja sein Eigentum. Allerdings finde ich es sehr zweifelhaft wenn er sich weigern würde Dir diese zum Kauf anzubieten. Wenn Du die Negative (Daten) kaufst, erhält man üblicherweise das ausschließliche Nutzungsrecht. Das bedeutet das Du im Grunde alles machen kannst was Du willst (also mit den Fotos .-) ).

Die Sache mit dem "Recht am eigenen Bild", ist ein sehr hartnäckiges Ammen Märchen. Jeder darf Dich jedezeit fotografieren (edit: wenn du Dich in der Öffentlichkeit aufhälst) und Du hast kein Recht an den Materiellen Bildern, es gibt auch keine rechtliche Grundlage dies zu verbieten. (edit: theoretisch währe der Vorgang natürlich irgendwann trotzdem nötigung)

Das "Recht am eigenen Bild" bezieht sich einzig und allein auf die Veröffentlichung. Das heist, wenn jemand ein Bild auf dem du eindeutig zu erkennen bist (und Bild bestimmender Inhalt bist) braucht er zur Veröffentlichung Deine genehmigung. Dies gilt nicht, wenn Du nur "Beiwerk" bist, also nicht Bild bestimmender Inhalt. Beispiel: wenn jemand den Kölner Dom fotografiert und du stehst zufällig davor, braucht der Fotograf nicht deine Genehmigung auch wenn Du gut zu erkennen bist. Dies gilt auch für Gruppenaufnahmen. Personen der Zeitgeschichte (Promis) und relative Personen der Zeitgeschichte haben ebenfalls kein Recht am eigenen Bild.

Aber zur eigentlichen Frage, ich würde grundsätzlich bei der Preisverhandlung einen komplett Preis ausmachen bei denen die Negative ("Daten") inklusive sind. Bei einer Daten CD bestehe auf die original Auflösung und fertig bearbeiteten Version. Das kann natürlich ein bischen was kosten.

Gruß
Kristian
 
Registriert
7 November 2006
Beiträge
7
Zustimmungen
0
#4
Zitat von fotograf-bochum.de:
Die Sache mit dem "Recht am eigenen Bild", ist ein sehr hartnäckiges Ammen Märchen. Jeder darf Dich jedezeit fotografieren und Du hast kein Recht an den Materiellen Bildern, es gibt auch keine rechtliche Grundlage dies zu verbieten
Das ist nicht richtig. Es darf z.B. nicht in private Räume von außen reinfotografiert werden, egal ob das veröffentlicht wird oder nicht. Hier genau greift das Persönlichkeitsrecht. Ich würde es persönlich auch nicht tollerieren wenn mich jemand unter der Dusche fotografiert - auch wenn er verspricht die Bilder nie zu veröffentlichen.
 
Registriert
25 April 2006
Beiträge
86
Zustimmungen
0
#5
Ach Ja ich meinte natürlich in der Öffentlichkeit. Auf seinem eigenem Grundstück hat man ja eh Hausrecht. Obwohl es auch ein Urteil gibt, das solange man keine Hilfsmittel (Leiter zum Beispiel) verwendet und sich der Fotograf auf öffentlichen Grund und Boden befindet auch auf privat Grundstück "schiessen" darf. Das "rein fotografieren" in eine Wohnung ist tatsächlich verboten und seit 2004 darf der fotografierte tatsächlich Löschung der Daten fordern.



Aber mal was anderes: Man kann von draußen bis in Deine Dusche fotografieren? :D
 

Serpil

Ansprechpartner
Registriert
22 April 2006
Beiträge
35
Zustimmungen
0
#8
Wow, ihr kennt euch ja richtig aus :D . Wart ihr eigentlich mal in einer Situation, wo dieses Thema eine Rolle spielte?
Wenn ich das richtig verstanden habe, darf ich (auch im Detail) fotografiert werden, solange die Bilder NICHT vom Fotografen veröffentlicht werden?
Gruß,
Serpil
 

Melli

Guter Ansprechpartner
Registriert
22 April 2006
Beiträge
114
Zustimmungen
0
#9
Wer sollte es verbieten? Wenn jemand in 200m Entfernung steht und an dich ranzoomt, hat er Dich ja auch in Großaufnahme, wie willst Du sowas unterbinden?
Melli