Ich weine...

Dieses Thema im Forum 'Kaffee-Klatsch' wurde von Melli gestartet, 10 Juli 2006.

  1. Melli

    Melli
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    Guter Ansprechpartner

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    Ich weine um einen Menschen, der für mich etwas ganz Besonderes war
    und der, spätestens nach der Verleihung der Goldenen Kamera,
    auch Einfluss auf mein Denken nahm: Er hat mir die Angst vom
    Tod genommen und ich bewundere ihn noch heute für seine Rede, die er
    bei der Verleihung gehalten hat. Soviel Kraft, soviel Optimismus, soviel
    Humor...selbst im Angesicht des Todes verlor er nicht seinen Humor und
    seine Menschlichkeit und das ist für mich echte Größe!

    Ich trauere um diesen Menschen...

    Hier noch einmal die Rede von Rudi Carrell bei der Verleihung der
    Goldenen Kamera:


    "Ich möchte mich bedanken, in alphabetischer Reihenfolge...
    Die Tatsache, daß ich hier heute Abend diesen Ehrenpreis in Empfang
    nehmen kann, verdanke ich in allererster Linie meiner Krankenversicherung,
    dem Klinikum Bremen-Ost und der deutschen
    Pharma-Industrie...

    Und es geht mir… Und es geht mir super! Ich könnte morgen wieder…,
    Herr Döpfner, stimmt es, daß ProSieben und Sat1 wieder zu haben sind?


    Ich bin schön braun, näh? Ja, ich war vier Wochen, bin heute
    zurückgekommen, vier Wochen auf einer unbewohnten Insel.
    Vier Wochen ohne Fernsehen, Internet, ohne Telefon.
    Und vier Wochen ohne deutsche Zeitung. Und es war
    einfach … – entsetzlich!

    Und da kommst du zurück aus dem Urlaub, und da kriegst du die Goldene
    Kamera. Für mein Lebenswerk. Ich, ein Holländer. Sie sind nett zu uns,
    muß ich sagen. Ja. Wissen Sie, daß von allen deutschen Städten Berlin
    die Holländer-freundlichste Stadt Deutschlands ist?

    Kann ich bitte mal n Stuhl haben? (Stuhl wird polternd auf die Bühne
    geworfen)

    Für mich ist und bleibt Fernsehen immer etwas Wunderbares! Als ich 1960
    anfing, meine erste holländische Show, da bin ich abends als die
    aufgezeichnete Show im Fernsehen lief, in diesem Viertel, wo ich wohnte,
    rausgegangen von Fenster zu Fenster, habe die Leute beobachtet,
    wie sie meine Show gesehen haben. Habe ab und zu ans Fenster geklopft,
    gerufen: 'Hallo, wie bin ich?' und so.

    Das war damals, 1960. Heute – natürlich macht niemand mehr das.
    Oder glauben Sie, daß Günther Jauch abends durch Potsdam schleicht
    und…? Glauben Sie nicht…

    Ich weiß nicht, ob dies mein letzter Auftritt im Fernsehen ist. Denn in
    Amerika und England bekommen alte Showmaster immer Rollen in
    Fernsehfilmen oder Spielfilmen. Und vor drei Jahren hab ich mich bei
    Bernd Eichinger beworben für die Hauptrolle in „Der Untergang“.
    Für die Hauptrolle. Aber Bernd Eichinger glaubte, daß mein Akzent
    würde die Zuschauer irritieren.

    Vierzig Jahre, vierzig Jahre Deutschland, vierzig Jahre deutsches
    Fernsehen. Und ich hab wahnsinnig viel erlebt!

    Und ich war nicht im Publikum heute Abend. Ich war im 18. Stock, in dem
    früheren Büro von Axel Springer. Und als ich vor 25 Jahren ihn besuchen
    durfte, da kuckte ich hinter seinem Rücken nach unten auf die Mauer.
    Und da hab ich gesagt: „Herr Springer, wie können Sie ein Büro bauen
    mit so einer Aussicht?“ Hat er gesagt: „Ich möchte dabei sein, wenn das
    Unding verschwindet.“ Und daran muß ich heute Abend wieder denken.
    Und da bin ich durch das Riesen-Gemälde von ihm gegangen. Da war
    niemand anders in dem Raum und ich hab einfach zu Axel Springer
    gesprochen. Ich hab gesagt: „Ich hab ‚ne Überraschung: Die Mauer ist
    weg. Und ich hab noch ne Überraschung. Wir haben ‚nen Bundeskanzler
    aus dem Osten! Und es ist eine Frau!“ Und da fiel das Gemälde runter.
    Oben, im 18. Stock.

    Der Fall der Mauer war eine der schönsten Sachen, die in meinem
    Leben, grade hier in Deutschland, passiert sind. Und ich hab so irre viel
    erlebt in diesem Land – es war eine Ehre, in diesem Land und vor diesem
    Publikum Fernsehen machen zu dürfen.


    Und heute Abend noch mal diese Ehrenkamera zu bekommen
    ist noch mal ein Höhepunkt.
    Für alles herzlichen Dank. Alles Gute!“



    RUHE IN FRIEDEN RUDI! :cry:
     
  2. Siana

    Siana
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    Ganz gerne hier

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    Hallo Melli,
    finde es auch sehr schade. Man kann über den Humor streiten,
    war sicherlich nicht jedermanns Sache, aber aus menschlicher Sicht habe
    auch ich allergrößten Respekt vor ihm gehabt. Ich habe die Rede
    damals auch gesehen und war anfangs so erschrocken über
    die nicht mehr vorhandene Stimme.

    Im nächsten Moment war ich jedoch wieder begeistert und zwar von der Art und Weise wie Rudi Carrell mit dem Tod umging, wie er ihn auf die
    Schippe nahm. Sehr berührend...

    Wie las ich letztens in einer Zeitung:
    Jetzt gibt es im Himmel viel zu lachen...

    Sia
     
  3. peter

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    Dem habe ich nichts hinzuzufügen...

    Ciao Rudi...
     
  4. Hochzeitsplaner

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    Das hat mich damals auch sehr berührt. Er war einer der ganz grossen im Showgeschäft
     
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