Kirchliche Trauung, Tradition oder religiöse Überzeugung?

Dieses Thema im Forum 'Die Trauung' wurde von ArdnaS gestartet, 22 Oktober 2010.

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  1. ArdnaS

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    Aufgrund einer Diskussion mit zwei Freundinnen von mir würde es mich interessieren, weshalb ihr euch für oder gegen eine kirschliche Trauung entschieden habt.

    Aber erst zur Vorgeschichte:
    Wie ihr wisst, werde ich auf keinen Fall in einer Kirche heiraten. Dieser Entscheidung ist eine lange Entwicklung vorausgegangen. Ich war mal katholisch und auch relativ aktiv in der Kirche (ohne Zwang von meinen Eltern so im Alter von ca. 12 Jahren). Dann hat bei mir ein langer Prozess der Trennung begonnen und ich habe angefangen, die Einstellungen der Institution katholischen Kirche zu hinterfragen. Dies hat dann zu meinem Austritt geführt.

    Nun hatte ich diese besagte Diskussion (bevor ich mit meinen Planungen angefangen habe, also nach dem Motto, wenn ihr mal heiratet, wie denn dann). Die eine meiner Freundin ist auch katholisch und stammt aus einer streng katholischen Familie. Sie hat im Laufe der Zeit den gleichen Trennungsprozess durchlaufen wie ich, ist aber aus Rücksicht zu ihrer Familie noch nicht aus der Kirche ausgetreten.
    Wir beiden haben nun die Meinung vertreten, dass es aus Respekt von den Gläubigen falsch wäre, in einer Kirche zu heiraten. Außerdem wäre der Treueschwur ja ad absurdum geführt, da wir nicht an das "Wesen" glauben, vor dem wir schwören. (Lässt sich schwer erklären, war iwie das Gefühl, dass es einfach "Falsch" sei)
    Die dritte im Bunde wurde nie getauft und ist auch ohne direkten Bezug zu einer Kirche aufgewachsen. Aber gerade sie hat die kirchliche Trauung um stärksten vertreten, weil es ja traditionel dazugehört und so romantisch ist.

    Wie seht ihr das? Heiratet ihr gerade kirchlich, weil es für euch vom Glauben her wichtig ist? Oder ist euch das egal und die Tradition ist eure treibende Kraft?

    Ciao Sandra
     
  2. princesse

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    Hallo,
    dann fang ich mal an meinen Senf dazu zu geben:
    Ich heirate kirchlich, weil es zu meinem bzw. unserem Glauben dazu gehört und uns das sehr wichtig ist.
    Ich kann es echt nicht leiden, wenn Paare "nur" in der Kirche heiraten, weil das zur Tradition gehört und schöne Fotos gibt. Das empfinde ich fast als Beleidigung und ziemlich respektlos.
    Tritt dann deine "dritte" freundin extra für die Hochzeit in die Kirche ein - sonst geht das doch nicht oder?
     
  3. ArdnaS

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    Das hängt doch immer vom Pastor ab. Mein Bruder musste, glaube ich, auch nicht wieder eintreten, um kirchlich zu heiraten. Er hat das für seine Frau gemacht, die gläubig ist.
    Meine Freundin hat immer gesagt, dann nehme ich eine ökomenischen Gottesdienst, dann geht das schon.
     
  4. princesse

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    Mh meine Eltern haben vor ein paar Wochen ihre kirchliche Hochzeit nachgeholt (nach 25 Jahren...) und da musste mein Papa wieder in die Kirche eintreten, damit das ging.
    Aber das war ja nur eine Formalie, da er als Kind getauft wurde. Bei deiner Freundin kann ich mir fast nur vorstellen, dass sie eine freie Zeremonie meint. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das im Bürokratie-Deutschland sooo einfach ist.
     
  5. Lunaumbra

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    Also ich habe auch aus Überzeugung kirchlich geheiratet. Ich bin kein strenger Katholik, bei weitem nicht und gehe auch nicht jeden Sonntag in die Kirche. War als Kröte aber auch sehr aktiv, im Chor, Kirchenbücherei, Sternsinger...halt alles was dazu gehört ;) Bin natürlich auch zur Kommunion gegangen und zur Firmung, wobei ich bei der letzteren auch schon auf Rebellion gepolt war...d.h. ich habe mich, gerade in der Pubertät, natürlich kritisch mit der Kirche und meinem Glauben auseinander gesetzt und habe letztendlich für mich den Schluss gezogen, das alles auf der Welt, so auch diese Institution, sein für und wieder hat. Ich habe aber, gerade in der Gemeinde-Arbeit gemerkt, wieviel Gutes getan wird, ohne streng der Bibel und den Riten zu folgen. Ich stehe somit zu meinem Glauben.
    Dementsprechend stand für mich auch fest, kirchlich zu heiraten. Wir haben die Trauung auch, bis auf die Predigt, komplett selber gestaltet, natürlich nach den "Regularien" und haben so auch unsere eigenen Lieblingslieder, Lesungen usw. eingebaut. Das war uns sehr wichtig...eine 08/15 Trauung mit vorgefertigten Sachen ist total unpersönlich und zeigt einfach, das man sich mit der Sache einfach nicht auseinander setzen möchte und es nur der Show wegen macht. Wichtig ist für mich auch, das für einen fest steht, das man seine Kinder in diesem Glauben erziehen möchte. Halt einfach das komplett-Paket ;)
    Ich finde es auch unterirdisch, einfach nur kirchlich zu heiraten "weils so toll aussieht". Entweder ich kann mich damit identifizieren oder ich lass es. Da kann man besser eine freie Trauung mit nem Theologen machen, sieht auch toll aus und ist nicht so heuchlerisch...Und Atheist sein, keine Steuern zahlen und dann aber die Kirche für die Hochzeit "ausnutzen" zu wollen, geht meiner meinung nach gaaar nicht.
     
  6. Oramin

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    Wir haben auch kirchlich geheiratet. Ich selber bin jetzt nicht allzu tief im Glauben verwurzelt. Allerdings wollte mein Mann gerne kirchlich heiraten. In der Gemeinde, in der wir getraut wurden, ist er aufgewachsen, hat die Konfizeit verbracht, Jugendgruppen geleitet und hin und wieder auch gemesnert. Da ich mit der Kirche nicht derart auf Konfrontation stehe, dass eine kirchliche Trauung gegen meine Grundprinzipien verstoßen würde, habe ich ihm diesen Gefallen gerne getan.

    Außerdem kennen wir unseren Pfarrer ziemlich gut. Und der wusste, dass ich mich mit dem Glauben etwas schwer tue. So musste ich mich auch nicht verstellen um möglichst religiös zu wirken.
     
  7. ArdnaS

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    Wie ist das eigentlich mit einem freien Theologen. Mit dem Wort: Theologe assoziiere ich Religion, nur in dem Fall nicht an eine bestimmte Konfezion gebunden. Würde ich dann also nicht auch wieder einen Treueschwur vor etwas ablegen, woran ich als Atheist nicht glaube?
     
  8. princesse

    princesse
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    Das hab ich auch noch nie so richtig verstanden. Auf mich wirkt das halt immer so wie: Wir wollen nur eine schöne Zeremonie ohne uns an irgendwas zu binden bzw. uns zu irgendwas zu bekennen. Ich finde das seltsam. Ich hoffe ich trete jetzt niemandem auf den Schlips... Vielleicht gibt es ja gute Gründe, die ich nur nicht verstehe...
     
  9. tl-foto

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    @ ArdnaS


    Der Begriff freier Theologe ist eigentlich falsch , korrekt würde es freier Redner heissen oder auch freier Zeremonienmeister.
    Bei dieser Berufsgruppe finden sich halt viele ehemalige Theologen. Sehr häufig werden freie Trauungszeremonien zwar mit religiösen Fragmenten verknüpft - aber immer nur auf ausdrücklichen Wunsch des Brautpaares.

    Wenn Du an die Natur und Ihre Kräfte glaubst dann könnt ihr selbstverständlich Euer Trauversprechen in entsprechendem Ambiente und mit entsprechenden Formeln gestalten.

    Mach nicht den Fehler nur wegen einer unkorrekten "Berufsbezeichnung" etwas zu assoziieren was in Wirklichkeit nicht ist.

    Überlegt Euch ganz einfach was ihr als den richtigen Rahmen für Euere Trauung anseht. ihr könnt euch euer Versprechen auch vor Euerer Gästeschar oder im Angesicht des Vollmondes geben. Es gibt da 1000 Möglichkeiten ausserhalb jeder Art von Religion.
     
  10. manumaus

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    also wir sind auch keine menschen die jeden sonntag in die kirche gehen aber auch vor allem in der kinder und jugendzeit in den gemeinden aufgewachsen und ich habe sehr lange an jugend und natürlich konigruppe teilgenommen und schatzi war jahrelang für die jugendarbeit tätig/gemeinsam mit seiner verstorbenen schwester welche da bis zum schluss war, von dem her war uns klar auch in seiner gemeinde zu heiraten und die kollekte dann auch für die jugendarbeit in der schatzi tätig war,welche grade neu aufgebaut wird, zu geben.das war unser graund kirchlich in dieser gemeinde zu heiraten
     
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