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Traurede im Standesamt, wie formulieren

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22 August 2015
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#1
Hallo an Alle,

Ich bin froh dass es dieses Forum gibt, und ich hoffe dass mir jemand etwas helfen kann.
Unsere Standesamtliche Hochzeit steht schon fast vor der Tür, und bisher ist alles auch ganz gut gelaufen. Nun waren wir vorgestern beim Standesamt um den Termin zur Trauung fest auszumachen.
Die Standesbeamtin erklärte mir dass sie gerne etwas mehr von uns erfahren will da sie persönliches mit einfließen lassen möchte.
Wir haben es recht schwer gehabt, vor allem die ersten eineinhalb Jahre. Kennengelernt habe ich meinen zukünftigen Mann vor fast 8 Jahren. Ich habe im Caffe meiner Eltern ausgeholfen, und er war Gast und kam täglich zum Kaffe trinken. Er hat sich auch gleich in mich verliebt und fühlte sich so wie wenn er mich schon immer gekannt hätte. Seine Mittagspausen gestaltete er immer länger nur um zu mir zu kommen und sich mit mir zu unterhalten. Ich war damals 33, er war 35.
Ich war aber zu der Zeit noch verheiratet. Ich heiratete sehr früh, mit 20, es war für mich eher so dass ich weg wollte von zu Hause da meine Eltern (Südländer) sehr streng waren und ich nichts durfte. Die Ehe war gut und auch weniger gut. Genauer will ich nicht drauf eingehen. Nur eben so viel, dass man mit 20 nicht heiraten sollte wenn man den zukünftigen nicht wirklich kennen gelernt hat. Meiner Eltern zuliebe blieb ich aber bei meinem Exmann, trotz der Probleme, und auch deswegen weil meine Eltern es als "Schande für die Familie" ansahen wenn ich die Ehe beenden würde.
Als ich nun meinen jetzigen Verlobten kennen gelernt habe fühlte ich mich aufgewühlt. Er war/ist immer so charmant und aufmerksam. Ich verliebte mich auch ihn ihn. Nicht so schnell wie er, doch so nach und nach. Ich hatte das Gefühl mein Leben weggeschmissen zu haben für Traditionen nur der lieben Familie wegen. Zum anderen weil ich auch schon zwei Kinder aus meiner Ehe hatte wusste ich nicht was und wie ich tun sollte.
Nach vielen langen Gesprächen, und einer Kennenlernphase von 1,5 Jahren entschloss ich mich von meinem Exmann zu trennen. Ich zog mit meinen zwei Jungs zu meinen Eltern. Damals war ich noch nicht mit meinem Verlobtem zusammen, doch dass wir und ineinander verliebt hatte haben wir schon ausgesprochen. Ich wollte alles richtig machen, das eine beenden bevor das andere beginnt. Und wenn die neue Beziehung nicht gelingen würde, so hätte ich wenigstens endlich die Alte nicht so gute Beziehung los. Dann bin ich lieber alleine.
Meine Eltern versuchten mit allen Mitteln mich zurück zu meinem Exmann zu bringen, trotz der vielen schlimmen Dinge die passiert waren. Sie meinten, Frauen müssen sich eben viel gefallen lassen. Ich blieb aber bei meinem Standpunkt. Sie sagten ich sei eine Schande und was würden die Leute sagen....
Irgendwann platzte ich mit meinen Gefühlen heraus und sagte Ihnen dass ich mich in jemand anderes verliebt hatte. Das war ein Schock für beide. Damals war ich schon 33! Mein Vater lies mich sodann einen Erbschaftsverzicht unterschreiben und meine Mutter forderte mich auf mir eine Wohnung zu suchen. Ich unterschreib den Erbschaftsverzicht und fand Gottseidank innerhalb 3-4 Wochen eine Wohnung die ich sofort beziehen konnte. Ich brach den Kontakt zu meinen Eltern dann ab. Anfangs schluf ich auf dem Boden, die Kinder hatten ein Bett. Das Geld war knapp ich hatte nur einen Minijob, und das Sozialamt unterstütze mich nur minimal da Vermögen da war und ein gemeinsames Haus. Allerdings konnte ich auf nichts zurückgreifen da das Geld mein Exmann festhielt und das Haus verkauft werden musste.
Es vergingen 1,5 Jahre in denen es keinen Kontakt zur Familie gab. Auch nicht zu meinen Geschwistern die zu meinen Eltern hielten. Meine Eltern unterstützen meinen Exmann, nahmen ihn mit in Urlaub zu Verwandschaft, sie versuchten mir auch die Kinder wegzunehmen, da mein Exmann behauptetet ich würde Drogen nehmen. Das Gericht sprach mir aber die Kinder zu und lies sich nicht auf Spielchen ein. Das Jugendamt begleitet uns sehr lange.
Inzwischen wurden wir dann ein Paar. Auch beruflich bildete ich mich weiter und habe inzwischen eine richtig tolle Stelle. Mein Verlobter unterstütze mich in allem. Auch die Kinder verstehen sich sehr gut mit ihm.
Nach 1,5 Jahre des Schweigens rief mich meine Schwester an und teilte mir mit dass es unseren Eltern nicht gut gehen würde, ob ich nicht wieder heim kommen möchte und mit ihnen reden.
Also ging ich zu Ihnen um das Kriegsbeil zu begraben. Sie waren in der Tat gealtert in der Zeit. Es tat mir auch sehr Leid. Sie wollten auch nicht diskutieren und einfach wieder gut sein mit mir.
Das ist nun etwa 5 Jahre her. Seit dem ist auch alles wieder gut, wenn auch nicht vergessen.

Der Text ist jetzt sehr lange geworden und ich komme nun zu meiner Frage. Was, bzw, wie soll das die Standesbeamtin denn in die Traurede einbauen? Wie wir uns kennen gelernt haben, unsere erste Zeit zusammen.... Meine Eltern wollen das bestimmt nicht wieder aufarbeiten, und wir wollen das ihnen zu liebe auch nicht.

Aber alles ganz aus lassen und gleich zu dem Punkt kommen wie er mir einen Antrag gemacht hat, das passt doch auch nicht....

Hat dem jemand einen Ratschlag für mich?

Ganz liebe Dank an alle, und ein schönes Wochenende wünsche ich euch.
Lara
 

Murmel90

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#2
Hallo Lara,
das ist ja wirklich eine komplizierte Situation. Ich denke, aber, dass man vor der Realität nicht weglaufen sollte. Das Leben hat nunmal seine Up and Downs, mal läuft es gut, mal weniger. So ist das auch in jeder Beziehung.
Letztendlich geht es "in dieser Sache" aber um Dich und Deinen Partner. Gegen Verliebtsein gibt es halt keine Medizin...

Ich finde, man sollte die Vergangenheit nicht vergessen, sie sollte aber auch nicht die Zukunft zerstören!!

Ich würde der Standesbeamtin die Situation genauso erklären und deinen Eltern ebenso klarmachen, dass das Leben weitergehen muss, auch wenn andere dein Leben mitgestalten wollen und anderer Meinung sind als Du.

Ich würde durchaus das Vergangene erwähnen, aber NICHT als Negatives darstellen. Man lernt schließlich aus Erfahrungen und das ist immer gut. Ich würde sagen, wenn sie positiv und respektvoll deine alte Situation mit deinem Ex erwähnt, wird das auch gut für deine Eltern sein.

Vielleicht konnte ich dir ja ein wenig helfen,
lg
Manu;):)
 

Joy

Bastelfee
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#3
Ich würde der Standesbeamtin auch die Geschichte zwar komplett erklären, aber drauf hinweisen, dass sie es möglichst neutral vielleicht halten soll.
Dass es während eures kennenlernens halt schwierig war, da du noch verheiratet warst.
Eure Liebe aber eben stärker war, als alles bisher und ihr somit zu zweit doch zusammen gefunden habt.
Sie aber eben nicht zu sehr ins Detail gehen soll.

Die Standesbeamten haben ja meist doch etwas Übung darin. Ihr seid sicher nicht das erste Paar mit komplizierter Vorgeschichte.
Aber am Ende gehört eure Vorgeschichte nun mal zu eurer Beziehung und zu euch dazu, denn durch alles was passiert ist seid ihr doch auch genau so geworden, wie ihr seid.
Das müssen auch deine Eltern halt akzeptieren, denn es ist dein Leben, nicht ihres.
 
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#4
Hallo und lieben Dank euch beiden :)

leider habe ich keinen Termin mehr um mit der Standesbeamtin zu sprechen. Sie hat mir einen Zettel gegeben auf dem ich ein paar persönliche Eckdaten aufschreiben soll welche sie dann in die Traurede mit einbaut. Es wäre zu lange alles aufzuschreiben, daher habe ich gedacht selber eine kurze Zusammenfassung zu formulieren die ok ist für alle...
Vielleicht schreibe ich bei der Frage wie wir uns kennen gelernt haben dass es in dem Caffe war und dass es anfänglich Schwierigkeiten gab....
Hmm.... ich muss mir da echt noch was überlegen... Spätestens zwei Wochen vor dem Termin möchte sie den Zettel wieder haben. Da hab ich nur noch paar Tage Zeit....

Ganz viele liebe Grüße
Lara
 

Murmel90

Ganz gerne hier
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#5
Es wäre zu lange alles aufzuschreiben, daher habe ich gedacht selber eine kurze Zusammenfassung zu formulieren die ok ist für alle...
So hätte ich es wohl auch gemacht. Es ist sowieso unmöglich, es jedem recht zu machen und ich würde mich von der ganzen Thematik und dem Background gar nicht runtermachen lassen. Hier geht es ja um einen Startschuss, den Blick nach vorne und nicht nach hinten.
Liebe Grüße, Manu
 

Unforgettable

Erfolgreich verheiratet
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#6
Deine Geschichte liest sich sehr aufregend, vielleicht könnt ihr das Fazit in den Vordergrund stellen : Liebe überwindet alle Hindernisse! Ihr wolltet euch und das hat euch zueinander geführt. Die Liebe sollte bei der Hochzeit im Vordergrund stehen.
Ich würde daher das was euch unangenehm ist weglassen denn das Ergebnis zählt: ihr sagt JA!