Unsere standesamtliche Trauung

Dieses Thema im Forum 'Meine Hochzeitserfahrungen' wurde von thea gestartet, 29 August 2007.

  1. thea

    thea
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    Am Morgen des 23. August sind wir nach einer erstaunlich ruhigen Nacht – ich habe geschlafen wie ein Stein, keine Spur von Aufregung! Aber am Abend vorher, bei einem ausführlichen Spaziergang mit unserem Hund, da war ich dann doch irgendwie ein bisschen nervös, so nach dem Motto: „Stell dir vor, morgen heiraten wir!“ ;-) – wurden wir um kurz nach sieben durch eine SMS geweckt, mit der sich eine Freundin von mir noch für die Hochzeit angemeldet hat. Wenn di wüsste; an welchem Tag sie uns (und das auch noch so frÜh!) geweckt hat...
    Relativ schnell waren wir munter, aufstehen, Frühstück – wir hatten ja alle Zeit der Welt und mussten nicht pressieren. Meine Schwiegemama wollte meinen Schwiegerpapa noch zum Friseur schicken und da er sowieso immer einen Fahrer brauch (er kann seit einer Krankheit nicht mehr selber Auto fahren), habe ich einen kurzen Moment mit dem Gedanken gespielt, den Fahrerjob zu übernehmen und dann einfach bei dem Friseur zu fragen, ob sie mir nicht ganz kurzfristig die Haare hochstecken würden. Eigentlich hatte ich ja keine „Rundumerneuerungstermin“ ausgemacht fürs Standesamt, aber nachdem ich am Tag vorher noch einen knallig roten Nagellack verpasst bekommen hatte, dachte ich, fragen kostet ja nichts... Meine Schwiegermama hat mich aber dann davon überzeugt; dass das viel eher eine Aufgabe für meinen Schwager und Trauzeugen meines Mannes sei, der dann auch flugs angerufen wurde. Thomas und ich sind stattdessen nochmal mit dem Hund raus; da wir soewieso noch Brot fürs Abendessen besorgen mussten, ging unser Weg also zum Bäcker. Irgendwie war das schon ein eigenartiges Gefühl zu wissen, dass man in wenigen Stunden verheiratet sein wird! Nach der Rückkehr habe ich noch das Gartenhäuschen mit Servietten und Blumen geschmückt – dort wollten wir Kaffeetrinken und zu Abend essen.
    Ganz schnell ging dann auch die Zeit vorbei, die Trauung war um 11 Uhr angesetzt und wir waren mit meinen Eltern und meiner Schwester und Trauzeugin vor dem Rathaus ab halb 11 verabredet. Erst dachten wir, wir fahren zu fünft (also wir zwei, meine Schwiegereltern und Thomas Bruder) in einem Auto, aber dann haben wir uns doch anders entschieden und sind schonmal voraus gefahren. Thomas wollte noch zur Bank und meinen Strauss mussten wir ja auch noch holen. Und schlieslich konnte es ja sein, dass unsere Gäste ein bisschen früher ankommen. Um kurz vor elf waren dann alle versammelt – in der Zeit, in der wir vor dem Rathaus gewartet haben, sind dann auch einige Bekannte vorbeigekommen, die alle ganz gross gekuckt haben; denn von dem Standesamttermin hat ja niemand gewusst.
    Wir haben uns dann angemeldet, die Trauzeugen haben ihre Personalien angegeben und ich habe gleich vorher noch meine Namenserklärung unterschrieben, „damit Sie nachher kein Dokument mehr mit dem alten Namen unterschreiben müssen“, wie die Standesbeamtin meinte. Im Trauzimmer mussten wir dann noch ein paar Minuten warten – das war eigentlich die „schlimmste“ Zeit, denn die Aufregung war einfach da, wir wussten nicht so genau, was da jetzt kommt und es sollte eigentlich nur noch losgehen! Endlich kam die Standesbeamtin dann rein. Sie hat eine wirklich schöne Ansprache gehalten, vom gemeinsamen Leben, vom gemeinsamen Weg, vom gemeinsamen Träumen – so ganz genau weiss ich es nicht mehr, aber es war gut. Lustig war; dass sie als eine, die bei all unseren Begegnungen immer schwäbisch gesprochen hat, die Rede in bestem Hochdeutsch gehalten hat – bis auf eine Stelle, da ist ihr ein „ebbes“ statt „etwas“ herausgerutscht, worüber wir beim Essen hinterher noch herzlich gelacht haben. Schön war auch, dass ihre Ansprache mehr oder weniger ungewollt einen sehr persönlichen Touch erhielt, als sie auf die Bedeutung des heutigen Tages zu sprechen kam und darüber philosophierte, wie es wohl war, als wir uns kennen gelernt haben – ob das wohl an einel Augusttag war (war es! Um genau zu sein, auf den Tag genau 10 Jahre vorher...), ob es ein besonderes Ereignis war (war es! Weltjugendtag in Paris), ob sich unsere Wege erstmal wieder getrennt haben (haben sie!! Bis vor zwei Jahren haben wir auf die Frage, ob das mit uns beiden denn nicht auch was wäre, immer mit „NIEEE“ geantwortet!) – und das, obwohl wir uns darüber mit ihr gar nicht ausgetauscht hatten.
    Ganz plötzlich hiess es dann „wozu ich Sie bitte aufzustehen“ – und zwei „Ja’s“ weiter waren wir Mann und Frau. Und ich hab noch nicht mal Rührungstränen vergossen – erst, als mir meine Mama gratuliert hat. Nach den Unterschriften und den allgemeinen Glückwünschen haben wir noch ein Glas Sekt im Gang vor dem Trauzimmer getrunken, den Thomas’ Bruder dabei hatte, und meine Schwester sagte mir, dass jetzt das Grünzeug, das sich an meinem Strauss runterrankte, nun endlich nicht mehr aufgeregt hin und her wackeln würden – also hab ich wohl doch ein bisschen gezittert während der Zeremonie.Und ich war im Nachhinein auch sehr froh, dass ich etwas in der Hand hatte zum Festhalten!
    Wir sind dann zu uns nach Hause gefahren und von dort aus in den Gasthof bei uns im Ort gelaufen, wo wir zu Mittag gegessen haben. Auch das war irgendwie komisch, mitten unter der Woche mittags im Festtagsgewand durchs Dorf zu gehen... Nach einem superleckeren Essen, das sich jeder selber ausgesucht hat (wir waren ja nur neun Personen), gings dann wieder heim, wo im Gartenhäuschen Kaffee und Kuchen auf uns warteten. Auf dem Rûckweg an den Nachbarn vorbei gabs dann auch gleich noch ein paar Glückwünsche – und zu Hause dann schon wieder Essen... J Zum Glück hat das Wetter mitgespielt, wir hatten ab dem Moment, als wir ins Rathaus rein sind, strahlend blauen Himmel und Sonnensein! Nach dem Kaffee haben wir beide, unsere Trauzeugen, meien Nichte und der Hund einen kleinen Spaziergang gemacht, anschliessend haben wir alle gemeinsam noch eine Haus- bzw. Rohbaubesichtigung beim Bruder von Thomas gemacht und auch unser Haus (bzw. das meiner Schwiegereltern, das unseres wird) wurde von meinen Eltern bis unters Dach besichtigt, damit sie sich besser vorstellen können, wie das mit Umbau gehen wird.
    Sehr schnell war es dann auch schon Abend – es ist unglaublich, wie schnell die Zeit an dem Tag vergangen ist! Ich wage gar nicht dran zu denken, wie das dann erst ist, wenn man das 20fache an Gästen da hat!! – und es gab noch ein zÜnftiges Vesper für alle: Wurstsalat, Käseplatten und Brot. Meine Eltern sind als erste gefahren, meine Schwester und ihre Tochter blieben noch ein bisschen, sie hat dann auch noch ein paar Bilder von uns beiden im Garten gemacht. Als dann schliesslich alle weg waren, haben wir uns entschieden, doch noch einen Abstecher in unsere Stammkneipe zu machen. Irgendwie ging es uns da beiden gleich: was anderes sehen, woanders hin, Kopf leer kriegen... Dort gabs dann für uns beide noch einen Absacker auf Kosten des Hauses (mit der Wirtin sind wir gut befreundet), und dann sind wir auch schon hundemüde aber überglücklich und verheiratet ins Bett gefallen. Bis hierher der Bericht... J Jetzt sind wir schon fast eine Woche verheiratet und ich bin im Nachhinein wirklich froh, dass wir die beiden Termine nicht an zwei direkt aufeinanderfolgenden Tagen oder sogar am gleichen Tag geplant haben, ich glaube, das wäre (zumindest für mich) total Stress geworden. So haben wir nun Ruhe und Musse, die „grosse“ Hochzeit vollends vorzubereiten und auch aller Papierkram ist bis dahin erledigt. Auch wenn die standesamtliche Hochzeit irgendwie „unspektakulär“ war – es war ein wunderbarer Tag, den ich sofort wieder so feiern würde!
     
  2. Odie

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    Das hört sich alles super an. :)

    Es freut mich, dass der Tag so wunderbar für euch war...jetzt ist es umso spannender wie der kirchliche Hochzeitstag wird :)

    LG und Danke für den ausgiebigen Bericht
     
  3. Engelchen203

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    Das hört sich ja alles total entspannt an auch wenn du es bestimmt nicht warst.
    Der Bericht ist echt klasse. Ich freu mich schon auf den Bericht der Kirchlichen.
     
  4. Steph

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    Das hört sich wie ein rundum toller Tag an. Ich freu mich so für euch und kann es kaum erwarten, dass ihr kirchlich heiratet!
    Ich kann es kaum erwarten, Bilder von euch beiden zu sehen, wie ihr total glücklich riesengroß feiert!

    Liebe Grüße,
    Stephanie
     
  5. thea

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    *lach*
    Wenn ihr so auf Bilder wartet, darf jedenfalls einer nicht bei der kirchliche'n fotografieren: mein Papa. Meine Mama hat mir diese Woche gestanden, dass er auf einigen Bildern, die er im Standesamt gemacht hat, einfach mal grad alle Köpfe abgeschnitten hat! *grins* Mein Dad - war also wohl doch trotz äusserer RUhe ein bisschen nervös, als seine JÜngste flügge geworden ist... :D
    Aber ich werd mein bestes tun, um euch gut zu versorgen! :D
     
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