Was bedeutet "Verlobt" sein?

Dieses Thema im Forum 'Die Trauung' wurde von Ramona gestartet, 5 Januar 2009.

  1. Ramona

    Ramona
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    Das Thema kam ja in einem HalliHallo Thread auf und es hat mich auch interessiert, was verlobt sein überhaupt bedeutet und welche konsequenzen das hat.
    Also hab ich mal gegoogelt und möchte euch meine Erkenntnisse natürlich nicht vorenthalten.:em3400:

    Die Bedeutung in biblischen Zeiten:

    "...Aber welcher Augenblick ist der entscheidende, daß wir auf ewig mit Jesus vermählt sein werden? Die Hochzeit im Himmel oder die Verlobung hier auf Erden? Die Antwort kann nur lauten: Die Verlobung hat alles entschieden! Sie hat demzufolge eine größere Bedeutung als die Hochzeit.
    Eheschließung in der Bibel
    Genauso sieht es die Bibel im Blick auf Verlobung und Eheschließung. Denn bevor ein Paar heiraten konnte, mußte es sich verloben. Das war aber keine Nacht- und Nebelaktion. Nein, die Verlobung war in den Zeiten der Bibel wichtiger als die Hochzeit (2. Mose 22,15; 5. Mose 20,7; 5. Mose 28,30). Denn das Brautpaar verpflichtete sich durch die Verlobung öffentlich zur Eheschließung und zur vorehelichen Treue (5. Mose 22,23-27). Nicht bei der Hochzeit, der sogenannten Heimholung, sondern bereits bei der Verlobung gelobten, ja schworen sie sich Treue bis zum Tod. Die Verlobung war deshalb genauso unauflöslich wie die Ehe selbst und war ein öffentlicher Akt mit allen rechtlichen Konsequenzen. Ein verlobtes Paar war ebenso wie ein Ehepaar gebunden und nicht mehr frei. So brauchte ein Verlobter nicht in den Krieg zu ziehen. Es sollte nämlich unbedingt vermieden werden, daß er dort fällt (5. Mose 20,7), und sichergestellt sein, daß er sein Eheversprechen auch einlösen kann. Nach dem Gesetz des Moses wurden auch nicht nur Ehepartner bestraft, wenn sie die Ehe brachen, sondern ebenso Verlobte (5. Mose 22,23-27).
    Bei der Verlobung mußte auch an die Eltern der Verlobten ein Brautpreis gezahlt werden (vgl. 1. Mose 24,53; 34,12; 2. Mose 22,15-16; 5. Mose 22,28-29; 1. Samuel 18,25; 2. Samuel 3,14). Das heißt, sich einfach mal schnell zu verloben, wie es heute durchaus geschieht, gab es in der Bibel nicht. Bei der Verlobung und nicht erst zur Hochzeit war der Brautpreis fällig, jedoch nicht als ein Kaufpreis, sondern als eine Absicherung des Eides des Verlobten. Das heißt, der Brautpreis gehörte nicht dem Vater des Mädchens, sondern seiner verlobten Tochter, und er diente dazu, die Versorgung der Braut sicherzustellen, falls der Ehemann sie doch entlassen oder schlecht behandeln sollte. So war die Braut mit eigenen Mitteln ausgestattet, über die der Mann nicht verfügen durfte (1. Mose 24,59; 29,24+29; Josua 15,18ff; Richter 1,14ff; 1. Könige 9,16)..."

    Im Rechtlichen Sinne:

    "Vor jeder Ehe steht die Verlobung. Dies mag im ersten Moment überraschen, jedoch ist das Verlöbnis im Rechtssinne nichts anderes, als das wechselseitige und ernsthafte Versprechen, einander heiraten zu wollen.

    Dies muss nicht ausdrücklich geschehen, sondern kann auch konkludent (aus den Umständen erkennbar) erfolgen. Auf Förmlichkeiten (Austausch von Ringen, Verlobungsfeier, Zeitungsanzeige, etc.) kommt es nicht an. Spätestens dann, wenn die Brautleute gemeinsam die Eheschließung bei dem Standesamt anmelden, haben sie einander die Ehe versprochen und sind damit verlobt.
    Die rechtliche Bedeutung der Verlobung ist indes gering, aus einem Verlöbnis kann nämlich nicht auf Eingehung der Ehe geklagt werden. Jeder der beiden Verlobten kann sich jeder Zeit wieder von dem Verlöbnis lösen.
    Kommt es nicht zur Eheschließung - gleich aus welchem Grund -, kann jeder Verlobte von dem anderen die Herausgabe der gemachten Geschenke verlangen.
    Tritt ein Verlobter von dem Verlöbnis zurück, so hat er dem anderen und dessen Eltern den Schaden zu ersetzen, der dadurch entstanden ist, dass in Erwartung der Ehe Aufwendungen gemacht oder Verbindlichkeiten eingegangen worden sind. Klassisches Beispiel hierfür ist das bereits gekaufte und nun nutzlose Brautkleid. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn ein wichtiger Grund zum Rücktritt vorliegt.
    Umgekehrt ist in gleichem Umfang zum Schadensersatz verpflichtet, wer durch sein Verschulden (z.B. "Fremdgehen") bewirkt, dass der andere von der Verlobung zurücktritt."

    Verlobung im Mittelalter:

    "Das Eheversprechen gab es bereits im MA. Nach röm. Recht war die V. (sponsalia) ein Rechtsgeschäft, dessen Regelung v.a. der Kirche, d.h. dem bischöfl. Matrimonialgericht, unterlag. Dazu kamen Bestimmungen aus den germ. Stammesrechten, wonach die V. (desponsatio) in einem schriftl. oder mündl. Vertrag zwischen dem Bräutigam und dem Brautvater (später der Braut selbst) bestand. Ähnlich einem Kaufvertrag wurde, oft in Anwesenheit von Zeugen, ein Ehevertrag zur Klärung der Besitz- und Erbschaftsverhältnisse aufgesetzt. Die Bestätigung des Vertrags erfolgte wie auch in späteren Jahrhunderten mit einem Handschlag, einem gemeinsamen Weintrunk, einem Verlobungsmahl und/oder der Übergabe eines Ehepfandes. Dabei konnte es sich um einen beliebigen Gegenstand handeln. Häufig wurde ein Geldstück, der sogenannte Haftpfennig, überreicht..."

    Das Wort "Haftpfennig" find ich ja jetzt mal nicht so toll....:em16:

    Und vielleicht wichtig (Fall tritt hoffentlich nicht ein :em16:) bei Prozessen
    "Wirkungen gegenüber Dritten

    Im Prozess haben gem. § 383 Abs. 1 Nr. 1 ZPO und § 52 Abs. 1 Nr. 1 StPO schon die Verlobten und nicht erst die Eheleute ein Zeugnisverweigerungsrecht..."
     
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